Angststörungen, Phobien, Panikattacken

Fachartikel von Robert Riedl

In Österreich sollen etwa 1,2 Millionen Menschen an so genannten Angststörungen leiden. Eigentlich ist Angst ein lebenswichtiges Grundgefühl: es ähnelt einem emotionalen Alarmmodus, der uns vor Bedrohungen warnt. Gewisse Ängste können aber belastend sein, weil sie das Leben einschränken.

Angst entsteht im Gehirn – genau genommen im sogenannten Mandelkern (Amygdala). Dieses Kerngebiet unseres Gehirns bewertet Situationen und Emotionen, um uns vor Gefahren zu bewahren. Die Amygdala kann bei Angststörungen und Phobien (oder Depressionen) hyperaktiv werden und dadurch ihre Bewertungsfunktion nicht mehr richtig ausführen. So kann eine sogenannte Angststörung entstehen. Äußerst unangenehm sind z. B. Ängste vor dem Kontakt mit Mitmenschen, vor Autoritäten, vor bestimmten Tieren, vor großen Plätzen, vor engen Räumen, vor Prüfungen, der Schule oder der Arbeitsstelle. Aber auch sehr spezifische Ängste – wie die Furcht vor Spinnen (Arachnophobie) oder die Angst vor Staub oder Schmutz (Amathophobie) – können das Leben einschränken.

Wer ohne ersichtlichen Grund rasendes Herzklopfen, Schwindel oder Atemnot bekommt, leidet an sogenannten Panikattacken. Bei panischen Angstreaktionen werden auch therapeutische Körperübungen vermittelt, um zu lernen mit dieser "Angst vor der Angst" umzugehen. Es geht vor allem darum, die unangenehmen Körpersymptome mit eigener Kraft zu beeinflussen, besser damit umgehen zu können und sie schließlich los zu werden. Damit kann Angst wieder seine Funktion als lebensnotwendige Emotion übernehmen.

Psychotherapie hilft dabei sich mehr und mehr eigenen Ängsten oder Phobien stellen zu können, um einen möglichst normalen Umgang im Alltag zu finden. Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten wird versucht, die Hyperaktivität im Gehirn durch hypnotherapeutische Übungen zu beseitigen. So kann der Mandelkern allmäglich wieder normal funktionieren. Eventuell könnte auch eine zusätzliche medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.

Eine Angsttherapie baut auf drei Säulen:

  • die körperliche Dimension: Behandlung verschiedener Symptome (wie Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Schwindel, Brustschmerzen)
  • Dimension der Gedanken und Gefühle: vor, während und nach Angstzuständen (wie Befürchtungen die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden, in Ohnmacht zu fallen, keine Hilfe zu erhalten, nicht fliehen zu können, sterben zu müssen)
  • die Verhaltensdimension: Umgang mit angstmachenden Situationen (z. B. diesen durch aktives Handeln entgegentreten)


Selbsttest "Allgemeine Ängstlichkeit"

Selbsttest "Panikattacke"

Selbsttest "Sozialphobie"


Video-Information: Angststörungen (ca. 5 Minuten)

Film-Dokumentation: Angsttherapie (ca. 45 Min.)

Video-Vortrag: Mit Angst leben (ca. 1:30 Stunden)


Überblick über alle Phobien (Ängste von A-Z)

Smartphone-Apps zur Angstbewältigung

Smartphone-App: Angsttagebuch

Angsttagebuch downloaden (pdf)

 
 
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