Trauma, Missbrauch, Mobbing

Fachartikel von Robert Riedl

Ein Trauma lässt sich wie eine seelische Wunde verstehen, die nicht und nicht heilen kann. Zu einem Traumata - oder einer Traumatisierung - kommt es, wenn ein Ereignis die Belastungsgrenze eines Menschen übersteigt. Dies können Kindheitserlebnisse sein, lebensbedrohliche Situationen, Gewalterfahrungen, Missbrauch oder Mobbing. Oft machen sich die traumatischen Folgen erst Monate oder Jahre später bemerkbar.

  • Hinter einem Traumata verbirgt sich ein seelischer Schutzmechanismus der Verdrängung, der das Erlebte vor dem Bewusstsein abschirmen soll. Jedoch kann durch eine ähnliche Situation die Erinnerung an das schreckliche Erlebnis wieder aktiviert werden. Dies kann sich durch unerklärliche Ängste oder in Panikattacken äußern. Man spricht dabei von einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung. Typische Anzeichen sind auch:
  • körperliche Beschwerden (wie Schmerzen ohne Befund)
  • wiederholtes Erleben der Trauma-Situation
  • sich aufdrängende Erinnerungen (wie Flashbacks oder Albträume)
  • Gefühle von Betäubtsein
  • Schlafstörungen
  • Gleichgültigkeit
  • Vermeidung von allem, was an das Trauma erinnern könnte

Psychotherapeutisch wird zwischen "Trauma" (wie Trennungen, Todesfälle, Unfälle, Krankheiten, Operationen, sexueller Betrug, Enttäuschungen, Mobbing oder Jobverlust) und "Schocktrauma" (wie Folter, Kriegserlebnisse, Geiselnahme, Katastrophen, Vergewaltigung oder Gewalterfahrungen) unterschieden. In allen Fällen kommt es zu Veränderungen der Gehirnarchitektur - und zwar in jenen Arealen, die von den einschneidenden Erfahrungen unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden. So zeigten wissenschaftliche Studien, dass die Hirnrinde von Frauen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden, an bestimmten Stellen ungewöhnlich dünn ist.

In der Psychotherapie geht es vor allem darum Vertrauen, Stabilität und Sicherheit zu schaffen: Gedanken und Gefühle, die es ermöglichen das Erlebte zu verarbeiten. Dabei können Imaginationsübungen helfen: z. B. "der sichere Ort" (d. h. ein Wohlfühlort, den man sich vorstellt, um den schrecklichen Erlebnissen und Symptomen etwas entegenzusetzen).

Leider kann auch eine unsensible ärztliche Behandlung oder eine unachtsame Psychotherapie traumatisierend wirken!



Selbsttest: posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Video-Information: posttraumatische Belastungsstörung

 
 
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