Paartherapie, Sexualberatung

Fachartikel von Robert Riedl

Schwierigkeiten und Krisen in der Partnerschaft sind völlig normal. Unterschiedliche Denk- und Verhaltensweisen, Wünsche, Phantasien oder sexuelle Vorlieben gehören zu Menschen und sind wichtig.

Eine Paartherapie oder die Beratung hinsichtlich einer für sich passenden Sexualität ist weder das Eingeständnis, es alleine nicht zu schaffen, noch eine Niederlage sich helfen lassen zu müssen. Ganz im Gegenteil: Paare in Psychotherapie wollen Lösungen finden, um gemeinsam glücklicher zu leben - sogar wenn man unterschiedliche Ziele verfolgt oder ein Partner vielleicht an Trennung denkt.

Auch wenn es Partnern in der Beziehung eigentlich gut geht, bietet der therapeutische Rahmen eine gute Möglichkeit die Liebe zueinander - oder zu den Kindern (etwa bei Scheidungen) - zu festigen und auf verlässlichere, solidere Beine zu stellen: und je besser man einander kennt, desto besser kann mit gemeinsamen Krisen umgegangen werden. Ungelöste Konflikte können sich jedoch in der gemeinsamen Sexualität ausdrücken: im Mangel bis zum Verlust von sexuellem Verlangen und sexueller Befriedigung. Oft spielen auch Kränkungen, Enttäuschungen und Vertrauensverlust eine Rolle. Fremdgehen bedeutet für eine Beziehung zumeist eine große Belastung und Bewährungsprobe. Nachdem man den "Betrug" zu verziehen versuchte, könnte trotzdem tief im Innern weiterhin ein Gefühl der Verletzung herrschen und einer Versöhnung im Weg stehen. Auch der Übergang in eine neue Lebensphase, wenn z. B. die Kinder ausziehen oder der Partner in Pension geht, können Krisen verursachen.

Paartherapie oder Sexualberatung ist nicht nur hilfreich, wenn die Partnerschaft oder die Sexualität als problematisch erlebt wird. Eine psychotherapeutische Auseinandersetzung mit der eigenen Partnerschaft und Sexualität ermutigt eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen, diese mit dem Partner anzusprechen und für beide befriedigend ausleben zu können. Wichtig für den therapeutischen Erfolg ist, dass die Partner lernen sich gegenseitig Raum zu geben. Der Psychotherapeut hilft vor allem dabei einen Raum zum Zuhören und Gehörtwerden zu geben. Schließlich bleiben Menschen auch in Partnerschaften Individuen - mit ihren Unterschieden, die wertvoll, nützlich und breichernd sind!

Sollte man spüren, dass etwas Vorgefallenes oder bestimmte Verhaltensweisen in der Partnerschaft vor allem mit einem selbst und der eigenen Vergangenheit zu tun haben, kann eine Einzeltherapie hilfreich sein. Etwa könnte unbegründete Eifersucht mit negatven Erfahrungen aus anderen Beziehungen, dem Elternhaus oder einer Selbstwertthematik zu tun haben.



→ Video-Information: Eifersucht

Video-Vortrag: Liebe und Vernunft

→ Video-Vortrag: Lieben und Streiten

Radio-Interview mit Paartherapeut Arnold Retzer

 
 
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