Persönlichkeitsstörungen

Fachartikel von Robert Riedl

Sogenannte Persönlichkeitsstörungen lassen sich als extreme Ausprägungen bestimmter Persönlichkeitsmerkmale verstehen. Sie führen bei den Betroffenen schon längere Zeit zu persönlichen Beeinträchtigungen und Schwierigkeiten im Zusammenleben. Ursachen können genetisch, hirnorganisch aber auch frühkindliche Erfahrungen sein (wie traumatisierende Erlebnisse).

Etwa erleben Personen, die am sogenannten Borderline erkrankt sind, sich als Opfer ihrer Persönlichkeit. Betroffene leiden unter heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, was zu großen innerlichen Anspannungen führen kann. Viele versuchen durch selbstschädigende Verhaltensweisen diesen angespannten Zustand zu verringern (z. B. durch Ritzen der eigenen Haut, indem sie Drogen konsumieren, hoch riskante Aktivitäten setzen oder immer wieder den Wohnort wechseln). In vielen Fällen sind frühe traumatische Ereignisse für die Entstehung einer Borderline-Störung verantwortlich. So berichten über die Hälfte der Betroffenen von schwerwiegendem Missbrauch, über 60 Prozent von emotionaler Vernachlässigung und fast alle über ein soziales Umfeld, in dem sie sich in hohem Maße als fremd, gefährdet und gedemütigt erlebt hatten.

Psychotherapeutisch unterscheidet man drei Gruppen:

  • exzentrische Störungen (wie schizoide Persönlichkeiten)
  • emotionale, launische Störungen (wie narzisstische Persönlichkeiten oder die Borderline-Erkrankung)
  • selbstunsichere, abhängige und zwanghafte Störungen (wie Personen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit soziale Phobien entwickeln)

Die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt sich von Beginn der Kindheit, über das Jugendalter bis ins junge Erwachsenenalter hinein. Daher ist es weder sinnvoll noch möglich vor dem 18. Lebensjahr eine Persönlichkeitsstörung festzustellen. Persönlichkeitsstörungen sind gut therapierbar, wenn auch die psychotherapeutische Behandlung in der Regel einen längeren Zeitraum umfasst. Manchmal empfiehlt sich ein ambulanter Aufenthalt in einem Krankenhaus sowie eine sozialtherapeutische Vorgehensweise. Gegebenenfalls ist auch eine medikamentöse Behandlung unter fachärztlicher Betreuung ratsam.


Selbsttest "Borderline-Erkrankung"

Selbsttest "selbstunsichere Persönlichkeit"

Selbsttest "zwanghafte Persönlichkeitsstörung"

Selbsttest "Narzissmus"


Video-Information "Entstehung: Persönlichkeitsstörung"


Video-Information "Borderline-Erkrankung"

Video-Information "Narzisstische Persönlichkeitsstörung"

Video-Information "Histrionische Persönlichkeitsstörung"

Video-Information "Abhängige Persönlichkeitsstörung"

Video-Information "Paranoide Persönlichkeitsstörung"

 
 
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