Selbsterfahrung, Coaching, Einzel- und Gruppensupervision

Fachartikel von Robert Riedl

Was Menschen suchen, ist weniger "der Sinn des Lebens". Wir streben vielmehr danach uns lebendig und vital zu fühlen: sehnen uns dabei nach inneren Frieden und Gesundheit, nach Beziehungen und Sicherheit, nach Selbstverwirklichung und sinnvollen Aufgaben. Wer dies findet, wird Lebenssinn und Lebensfreude automatisch erfahren. Auch Werte und Spiritualität können dabei eine wichtige Rolle spielen, um zufriedener zu werden oder sich geborgen zu fühlen.

Unter "Selbsterfahrung" versteht man den bewussten Prozess sich psychotherapeutisch mit eigenen Denkmustern, dem Gefühlserleben und Beziehungsverhalten zu beschäftigen, ohne dass ein Leidenszustand vorhanden sein muss. Dabei lenkt der Therapeut die Wahrnehmung auf eigene Bedürfnisse, den Fähigkeiten auf kognitiver, emotionaler und sozialer Ebene, den eigenen Vorurteilen, den persönlichen Wertvorstellungen und damit auch auf die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Begriff "Psychotherapie" bedeutet ursprünglich: den ganzen Menschen unterstützen, heilen und ausbilden – und das heißt: seine Seele, sein Gemüt, seinen Verstand, seine Lebenskraft. Auch im sogenannten Coaching geht es darum Fähigkeiten zu entdecken, um die eigenen Möglichkeiten besser auszuschöpfen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu erhöhen und Kreativität und persönliche Ziele zu verwirklichen – vor allem wenn man nicht genau weiß wie. Der Psychotherapeut wird zum "Coach", der beim Schmieden von Plänen, beim Finden und Erreichen von Zielen und beim Treffen von Entscheidungen unterstützen kann. Sein Fokus liegt hier auf der Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen.

Bei der sognannten Supervision unterstützt der Therapeut Menschen bei der Reflexion ihres beruflichen Tuns und begleitet sie bei Klärungs‐, Entwicklungs‐ und Veränderungsprozessen im Arbeitsleben. Er fördert ein aktives und dadurch vertieftes Verstehen beruflicher und sozialer Zusammenhänge. Wichtig in der supervisorischen Begleitung ist dabei auch die Frage, wie man mit Misserfolgen und Unveränderlichem umgehen kann, um daraus Kraft und Sinn für das weitere Handeln zu entwickeln.

 
 
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