Wie gehe ich richtig und natürlich?

Fachartikel von Robert Riedl

Gehen sollte kurz gesagt einfach gehen. Schmerzen können ein Hinweis auf Überlastung, Abnützungen oder akute Entzündungen sein. Normalerweise soll man bei Muskel- oder Gelenkschmerzen den Bewegungsapparat schonen. Oft sind sie jedoch eine Folge von Inaktivität. Dann wäre Nichtbelastung genau die falsche Medizin. Doch: wie geht man richtig und natürlich?

Biologisch gesehen sind wir als Geh- und Laufwesen konzipiert. Die Evolution hat unseren Körper speziell zum aufrechten Gang entwickelt, also zum Gehen und Laufen. Man könnte sagen: Vogel fliegen, Fische schwimmen und Menschen gehen oder laufen. Und wer sich wenig bewegt, wird eher krank.

Wichtig beim Gehen ist, dass die Ferse nicht zuerst aufgesetzt und belastet wird. Stattdessen sollten wir mit unseren Fußballen auftreten. Viele haben den sogenannten Fersengang eingelernt. Diese Art des Gehens wird insbesondere beim militärischen Marschieren praktiziert. Ein ausgeprägter Fersengang kann die Ursache für viele Beschwerden sein. Das gesamte Abrollen des Fußes ist für den Bewegungsapparat eigentlich ungesund. Wer durch den Alltag hetzt, tritt vor allem mit den Fersen auf. Er geht wie ein Soldat.

Der Ballengang ist unsere natürliche Gehweise. Sie ist uns angeboren. Bei dieser Gangart treten wir zuerst mit dem Mittelfuss auf und scheinen mit dem Ballen über den Boden zu gleiten. Vereinfacht gesagt geht man dabei wie ein Tänzer. Man kann sich dabei vorstellen nicht wie beim Militär von A nach B zu marschieren, sondern vielmehr über den Weg zu schweben. In diesem "gehenden Tanzen" erleben wir Leichtigkeit und Freude. Man kann den Ballengang ganz leicht erkunden, indem man einfach Treppen hochsteigt oder eine Steigung hinaufgeht. Hier stellt er sich ganz natürlich ein.

Beim Bergaufgehen wäre es wichtig, bewusst langsamer zu gehen. Kleinere Schritte sind dabei angebracht. Wer viel bergauf geht oder Stiegen steigt, stärkt besonders seine Gelenke und Knochen. Bei Stürzen kommt es dadurch zu weniger Knochenbrüchen und zu rascheren Heilungsprozessen. Beim Hinuntergehen wird unsere Beinmuskulatur am besten trainiert. Auch hier sollte man langsam gehen und eher kleine Schritte machen. Die Schrittlänge wird am besten so gewählt, dass das eigene Gewicht nicht mit jedem Schritt abgebremst werden muss. Der Nachteil beim Abwärtsgehen liegt darin, dass die Gelenke im Knie- und Hüftbereich stärker gefordert werden. Entlastung können hier Wanderstöcke bieten. Gleichzeitig können damit die Arm- und Schultermuskulatur mittrainiert werden.

Etwa 80 Prozent aller Erwachsenen leiden an Beschwerden des Bewegungsapparats. Wer Beschwerden beim Gehen hat, kann ganz bewusst schonend und langsam gehen. Dabei können ruhig auch längere Strecken zurückgelegt werden. Empfohlen wird ein täglicher Spaziergang von mindestens einer halben Stunde. Wichtig ist nicht der Grad der Anstrengung, sondern die Regelmäßigkeit. Am besten man hört mit dem Gefühl zu gehen auf, noch weitergehen zu können.



Richtig Gehen und der Fersengang

Richtig Auftreten beim Ballengang

Gehen trotz Rückenschmerzen und Knieschmerzen

Gehen trotz Gelenkschmerzen


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